Sie ist der Höhepunkt eines jeden Club-Frühlings – die „Spargelmusi“ im Schwetzinger Schloss, zu der der Sparkassenverband Baden-Württemberg unsere Club-Mitglieder auch in diesem Jahr am 21. Mai 2026 eingeladen hatte. In nur wenigen Tagen waren auch dieses Mal die Karten wieder vergeben und ab 18:00 Uhr starteten die beliebten Führungen, bei strahlendem Sonnenschein. Vor allem die Besichtigung des „Badhauses“ im Schwetzinger Schlossgarten unter dem Motto „In seynem Paradiese“ stieß auf große Resonanz. Das für Kurfürst Carl Theodor zwischen 1768 und 1772 erbaute Lustschlösschen war jedoch weit mehr als ein luxuriöser Ort zur Körperpflege, sondern vielmehr ein Rückzugsort, wo sich der Regent Literatur, Musik und privaten Gesprächen widmen konnte. Die knapp 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Gruppe mussten sich vor dem Betreten des von außen eher schlichten Gebäudes erst einmal Riesenfilzschlappen über die eigenen Schuhe ziehen, um den kostbaren Boden zu schonen. Da wir etwas mehr als die eigentlich maximal zulässigen 15 Personen waren, durften einige Turnschuhträger ausnahmsweise ohne die Pantoffeln den Ovalsaal beschreiten, der deutlich intimer war als die Bezeichnung Saal vermuten lässt. Der Höhepunkt der Besichtigung war jedoch das eigentliche Badezimmer. Die in den Boden eingelassene ovale Marmorwanne (eher ein kleiner Pool ...) wurde über bleierne Rohre in Form von vier Schlangen befüllt. Das heiße Wasser kam aus der benachbarten Badhausküche. Für ein geradezu magisches Grotten-Gefühl sorgen einerseits die Wände, die mit Stuck und Halbedelsteinen verziert sind, aber auch die Fenster einer „Dachlaterne“, durch die ein Lichtstrahl auf das (momentan nicht vorhandene) Wasser trifft. Auch wenn das Ambiente durchaus romantisch ist – entgegen hartnäckiger Gerüchte gibt es laut historischen Quellen keine Belege dafür, dass der Kurfürst das Gebäude mit seinen Mätressen für amouröse Abenteuer nutzte
Eine kleinere Gruppe ließ sich im kühleren Schloss ein besonderes Ausstattungsdetail erklären: die Tapete mit einem Alpenpanorama. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es chic, die Wände im Schloss nicht mehr mit Stoffbahnen zu verkleiden, sondern mit Tapeten. Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg, die zweite Ehefrau von Kurfürst Karl Friedrich, ließ 1804 in ihrem Appartement im zweiten Obergeschoss das Gesellschafts- oder „Compagniezimmer“ mit prachtvollen bedruckten Tapeten aus Frankreich verzieren. Die erst kurz zuvor gegründete Tapetenfabrik Zuber in Rixheim lieferte die Tapete mit Alpenlandschaft, „Vue de suisse“ genannt. Abgebildet sind mehrere Landschaften vom Matterhorn über den Staubbachwasserfall bis zur Eigernordwand, die für das Bild zusammengeführt sind. Dass es sich um eine serielle Tapete handelt, ist schon daran zu erkennen, dass sie zum Teil zweimal angebracht ist. Die Besonderheit: Auch nach über 200 Jahren ist sie gut erhalten – fast wie zur Zeit der Auftraggeberin.
Thomas Dunford (r.) und Keyvan Chemirani begeisterten mit ihrem Konzert „In this Life“ im Mozartsaal.
Ganz besonders war auch dieses Jahr das anschließende Konzert im Mozartsaal. Thomas Dunford, Sohn einer französischen Gambistin und eines US-amerikanischen Geigers und gefeiert als der „Eric Clapton der Laute“, präsentierte eine ganz spezielle Mischung aus alten und neuen Stücken, Barockmusik, Pop und Eigenkompositionen, Gespieltem und Gesungenem. Begleitet wurde er von dem ungemein vielseitigen Perkussionisten Keyvan Chemirani, ein Franzose mit iranischen Wurzen. An das vorgesehene Programm hielt sich Dunford zumindest im zweiten Teil eher nicht – motivierte die Zuhörerinnen und Zuhörer im vollbesetzten Saal jedoch durchaus erfolgreich zum Mitsingen in verschiedenen Tonlagen. Vor Ort mit dabei war auch seine Freundin, die Mezzosopranistin Lea Desandre, mit der er gemeinsam am 23. Mai 2026 in einem begeistert gefeierten Konzert die Schwetzinger Schlossfestspiele beendete. Thomas Dunford (r.) und Keyvan Chemirani begeisterten mit ihrem Konzert „In this Life“ im Mozartsaal.
Rainer Arens, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Heidelberg, beim traditionellen Spargelessen im Restaurant „Blaues Loch“.
Da das Schlossrestaurant derzeit geschlossen ist, zogen wir in diesem Jahr zum traditionellen Spargelessen in das benachbarte Restaurant „Blaues Loch“ um, das 1883 gegründet wurde und eines der traditionsreichsten Restaurants in Schwetzingen ist.
Vor dem Essen informierte uns Rainer Arens, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Heidelberg, in Vertretung des verhinderten Präsidenten des Sparkassenverbands Baden-Württemberg Dr. Matthias Neth, über die Entwicklung in der Sparkassenwelt und speziell über die Entwicklungen in seinem Institut, mit 56 Filialen und SB-Centern die größte Sparkasse in der Metropolregion Rhein-Neckar. Im Fokus der Sparkasse Heidelberg steht das Immobiliengeschäft, und die Bank ist dabei nicht nur bei der Finanzierung aktiv. Ihre Immobiliengesellschaft S-Immobilien Heidelberg ist der größte Immobilienmakler der Region. Darüber hinaus agiert die Sparkasse Heidelberg als Gesellschafter und Partner in verschiedenen großen Quartiersentwicklungen der Region wie der Bahnstadt. Die Verbundenheit in der Region zeigt auch die Unterstützung zahlreicher Projekte in den Bereichen Soziales, Bildung, Sport und Umwelt mit jährlich rund 1 Million Euro. Besonders freuten sich die Clubmitglieder natürlich über die Einladung nach Heidelberg in das neue Sparkassenhaus am Europaplatz, das im September 2025 offiziell eröffnet wurde.