Zu Gast beim Mannheimer Industriedienstleister Bilfinger

Vielen der CdKW-Mitglieder ist Bilfinger noch als klassisches Bauunternehmen im Gedächtnis. Doch in den letzten Jahrzehnten hat der traditionsreiche Konzern, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1880 reichen, den Fokus seines Geschäfts gezielt verlagert. Seit 2016 ist Bilfinger ausschließlich als Industriedienstleister tätig und hat sich auf die Planung, den Bau sowie die Wartung und Modernisierung von Industrieanlagen, vor allem für die Chemie und Petrochemie sowie die Branchen Energie, Öl und Gas, Pharma und Biopharma spezialisiert. 
Im Einsatz sind dabei nicht nur Drohnen und Roboter, z. B. für automatisierte Anlageinspektionen, sondern auch Digital Engineering wird genutzt, mit dessen Hilfe Produkte, Maschinen und Anlagen komplett digital als 3D-Modell entworfen, simuliert und getestet werden, bevor sie physisch entstehen. Virtual Reality ist dabei ein zentrales Werkzeug, und dies konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 8. Oktober 2026 vor Ort bei Bilfinger live erleben. Ausgestattet mit einer VR-Brille erkundeten sie den digitalen Zwilling der nuklearen Konditionierungsanlage ICEDA des französischen Kernkraftwerks Bugey in der Nähe von Lyon, für die Bilfinger im Auftrag des Energiekonzerns EDF die Planung, Konstruktion, Montage und Inbetriebnahme u. a. der sogenannten „Heißen Zellen“   übernommen hat, in denen  radioaktive Stoffe sicher bearbeitet und untersucht werden können. 
Seit mehreren Jahren ist Bilfinger mit seinem neuen Geschäftsmodell profitabel gewachsen, bis der lange Winter 2025/26 sowie vor allem der andauernde Krieg im Mittleren  Osten dem Unternehmen deutliche Probleme bereiteten, da zahlreiche Kunden angesichts der massiv steigenden Energiekosten ihre Investitionen herunterfuhren. Doch für das kommende Jahr zeigte sich Vorstandschef Dr. Thomas Schulz, der das Unternehmen seit 2022 leitet, bei seinen Ausführungen zuversichtlich – auch dank des vorgezogenen Sparprogramms Agile, mit dessen Hilfe ab 2028 jährlich 75 Millionen Euro eingespart werden sollen. Die Mittelfristziele, das machte Schulz deutlich, bleiben unverändert. Bis 2030 soll der Umsatz pro Jahr – auch mit Hilfe von Zukäufen – im Schnitt um acht bis zehn Prozent zulegen. Für 2026 rechnet Schulz mit einem Umsatz von 5,3 bis 5,7 Milliarden Euro. In der Region Rhein-Neckar beschäftigt Bilfinger über 830 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weltweit sind es 31.000.

 

 

Zu Besuch bei Bilfinger